Amaranth ist hierzulande erst seit einigen Jahren in einigen speziellen Lebensmittelregalen zu finden und taucht immer öfter in interessant klingenden Rezepten auf. Doch was ist eigentlich Amaranth und wo kommt es her? Amaranth wird als Getreide behandelt, gehört aber eigentlich zur Gruppe der Pseudogetreide und ist bis zum Rand mit wichtigen Nährstoffen gefüllt. Als einer der ältesten Kulturpflanzen der Welt kannten schon die Inka in Südamerika die kleinen Körnchen. Jetzt wird Amaranth in der heimischen Küche wiederentdeckt und findet besonders oft als süßer Brei, als Füllung für Gemüse oder unter dem Namen „gepoppter Amaranth“ den Weg auf den Teller. Im Folgenden werden die Herkunft und die Verwendung der kleinen gelben Körnchen daher etwas genauer betrachtet.

Die Geschichte der kleinen gelben Körnchen

Bereits vor 3.000 Jahren war Amaranth für die Inkas und Azteken eines der Grundnahrungsmittel und wurde vielseitig zubereitet. Der Name Amaranth bedeutet übrigens „unsterblich“ und ist aus dem griechischen Wort „amaranthos“ abgeleitet. Dieser Name passt sehr gut zu den kleinen Körnchen der Kulturpflanze, die durch eine Vielzahl an leicht zu verwertenden Vitaminen, Mineralstoffen und besonders vielen Ballaststoffen überzeugen. Die winzigen Körnchen der Amaranthpflanze sind kleiner als einzelne Senfkörner und sorgen dafür, dass eine einzelne Pflanze bis zu 50.000 Körnchen tragen kann. Sehr interessant ist auch, dass es sich keinesfalls um eine exotische oder besonders schwierig anzubauende Pflanze handelt. Nicht nur in Lateinamerika wächst Amaranth, auch im heimischen Garten – ganz wichtig ist aber ein sonniger Platz. Verzehrbar sind übrigens nicht nur die kleinen und so bekannten Samenkörner, sondern auch die Blätter der Pflanze. Die Samenkörner werden getrocknet und sind anschließend essbar, bei den Blättern sollten nur die jungen genutzt werden. Ältere Blätter schmecken manchmal recht bitter. Amaranth gehört zu der Familie der Fuchsschwanzgewächse und zählt damit zumindest botanisch gesehen zu den Pseudogetreiden und nicht zu den herkömmlichen Getreidesorten. Obwohl es sich also um eine hierzulande lange unbekannte Pflanze handelt ist Amaranth keinesfalls so exotisch und vielmehr eine gesunde und leckere Ergänzung der Ernährung.

Hochwertige Nährstoffe machen Amaranth so gesund

Ein hoher Ballaststoffanteil, ein geringer Anteil an Kohlenhydraten und dabei noch ein hoher Eiweißgehalt machen Amaranth zur interessanten Alternative für Reis, Couscous oder Bulgur. Gerade das hochwertige Eiweiß, das im Amaranth mit einem Anteil von 15 bis 18 Prozent zu einem großen Anteil vertreten ist, macht dieses Pseudogetreide zum wichtigen Eiweißlieferanten. Ein hoher Anteil an essenziellen Fettsäuren, lebenswichtigen Aminosäuren, Magnesium, Calcium und Eisen erklären die zunehmende Beliebtheit von Amaranth in der gesunden und abwechslungsreichen Küche. Da alle Nährstoffe leicht vom Körper aufgenommen werden, lohnt sich eine häufigere Integration der kleinen Körner in den Küchenalltag.

Amaranth als vielseitiges Nahrungsmittel

Genau wie Quinoa wurde Amaranth erst vor wenigen Jahren neu entdeckt und wird heute in der süßen und in der herzhaften Küche eingesetzt. Die kleinen Körnchen haben einen leicht nussigen Geschmack und erhalten nach dem Kochen keine feste, sondern eher eine breiartige Konsistenz. Da Amaranth nicht über das Klebereiweiß Gluten verfügt, handelt es sich um ein wirklich vielseitiges Nahrungsmittel für Allergiker und wird auch von Veganern und Vegetariern sehr geschätzt. Durch die Konsistenz eignet sich Amaranth beispielsweise als Füllung für Paprika oder für andere Gemüsesorten und ist auch als Bratling eine Bereicherung für die Küche. Als Beilage zu Fleisch, Gemüse oder Fisch ist Amaranth ebenfalls beliebt, außerdem sind die kleinen Körner als süßer Brei mit Früchten eine köstliche Frühstücksoption. Gepuffer Amaranth oder auch gepoppter Amaranth ist sogar in dieser Form fertig zu kaufen und ist in einer Pfanne ganz leicht wie Popcorn zuzubereiten.

gepopptes Amnaranth

gepopptes Amaranth / Foto: Flickr John Lambert Pearson


Amaranth Pops sind süßer und schmecken ein wenig wie Popcorn – und verleihen Joghurt, Quark oder Milch eine ganz besondere Note. Amaranth wird aber auch als Mehl verwendet, woraus sich glutenfreies Brot backen lässt. Das Öl der Pflanze mit seinem leicht nussigen Geschmack kommt durch die vielen Nährstoffe nicht nur beim Kochen oder in Salaten zu Einsatz, sondern wird auch zu kosmetischen Zwecken verwendet. Insgesamt ist Amaranth somit eine leicht anzubauende und schon seit Jahrtausenden bekannte Pflanze mit einer besonders guten Nährstoffbilanz und zahlreichen leckeren Verwendungsmöglichkeiten.

Titelbild Amaranth: Flickr CC / Dajna Dejevskis