Gerade muss ich auf foodwatch mit Erschrecken lesen, dass der Dioxin-Skandal ohne rechtliche Konsequenzen bleibt. Es mussten im Januar 2011 fast 5.000 landwirtschaftliche Betriebe vorübergehend gesperrt werden, weil dort dioxinbelastetes Legehennenfutter gefunden wurde. Nun wurde das Verfahren gegen die beiden ehemaligen Geschäftsführer endgültig eingestellt. Mit Dioxin belastetes Futteröl der in Itzehohe ansässigen Firma war damals Auslöser des bislang größten Dioxin-Skandals in Deutschland.

Obwohl es zu einer Anklage und der Eröffnung des Hauptverfahrens kam, konnte den ehemaligen Geschäftsführern kein vorsätzliches Handeln nachgewiesen werden.

Woher stammt das Dioxin?

Auszug aus der Zeit

Vieles spricht inzwischen gegen eine einmalige Panne in den Fabriken des schleswig-holsteinischen Futtermittel-Herstellers Harles und Jentzsch. Wahrscheinlicher ist, dass industrielle Abfälle in das Pflanzenfett gelangten, das schließlich zu Tierfutter verarbeitet wurde. Aus Versehen oder mit krimineller Absicht. So landete schließlich das Dioxin in Eiern und Fleisch. Die Quelle der Chemikalie ist jedoch noch immer unbekannt. Auch Wissenschaftler können nur darüber spekulieren, wann und wie sich das Dioxin gebildet hat.

Ich bin schockiert darüber, dass unsere Gesundheit scheinbar so wenig wert ist. Verkauft heute jemand Marihuana, so muss er damit rechnen, nach einer Verurteilung eine Haftstrafe absitzen zu müssen. Pantscht jemand aus Profitgier Müll in Tierfutter, so ist das scheinbar nicht so schlimm. Da frage ich mich, was man erst tun muss, dass man verurteilt wird und eine gerechte Strafe bekommt?

Was sind Dioxine?

Dioxine werden nicht gezielt hergestellt, sondern entstehen ungewollt als Nebenprodukte bei chemischen Prozessen bei denen Chlor zum Einsatz kommt. Beispiele sind die Metallherstellung oder Müllverbrennung.Dioxine sind farb- und geruchlos. Insgesamt sind 210 verschiedene Dioxine bekannt. Dioxine sind giftig und zum Teil krebserregend. Menschen nehmen viel zu viele Dioxine auf – und man glaubt es kaum: 80 Prozent der Gesamtaufnahme an krebserregendem Dioxin stammt aus Lebensmitteln. Überdies, so schreibt foodwatch, orientieren sich die Grenzwerte noch immer nicht an der Gesundheit der Menschen, sondern die Grenzwerte werden nach der tatsächlichen Belastung der Produkte festgelegt.

Quellen und weiterführende Links:
https://www.umwelt.nrw.de/verbraucherschutz/pdf/dioxin_pcb_faq.pdf
http://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/dioxine

http://www.foodwatch.org/de/informieren/dioxine-und-pcb/aktuelle-nachrichten/verfahren-eingestellt-dioxin-skandal-ohne-konsequenzen/